Hands on Webdesign – Hilfe durch Deutsche WebdesignerInnen

Heute haben wir wieder eine tolle Idee! Wir fragen Deutsche WebsdesignerInnen, ob sie uns dabei helfen, Jugendliche in Bildbearbeitung auszubilden, denn Auftraggeber haben wir bereits! 🙂

Aber diese Geschichte muss mit einer anderen beginnen. Wir bitten um etwas Geduld.

Auf seinem Sterbebett soll der amerikanische Unternehmer Sam Walton am 05. April 1992 gesagt haben: „I blewed it!“ (Anm.d.Red.: „Ich hab’s vergeigt!“). Er habe in seinem Leben die falschen Prioritäten gesetzt. Habe sich zu stark um Geld und den Aufbau der Firma gekümmert und zu wenig um die menschlichen Dinge im Leben, zu wenig um die Familie und darum, anderen zu helfen.

Recht hatte der gute Mann, sagen wir.

Auch wir von Chocie Family Germany e.V. wollen eines Tages zurück blicken können und sagen: „Wir haben nicht nur gearbeitet. Wir waren nicht nur im Büro. Wir waren bei unseren Familien, bei unseren Freunden und wir haben etwas bewegt. Anderen geholfen. Wir waren in der Welt. Wir haben die Schönheit des Lebens gesehen und daran Teil genommen! Wir haben keinen Grund zu sagen: We blewed it!“

Das vorausschickend haben wir hier ein absolut fantastisches Abenteuer zu bieten: a once in a lifetime experience & fantastic adventure you can tell your grandchilds about in some decades from now! 🙂

Kurzfassung:

Wer von Euch kann unseren kambodschanischen Jugendlichen vor Ort helfen, das Freistellen von Objekten in JPEGs oder PNGs in Programmen wie Photoshop oder Gimp zu erlernen? Sobald diese ausgebildet sind, können Deutsche UnternehmerInnen Aufträge in Kambodscha platzieren, damit diese Jugendlichen von ihrer Hände Arbeit ein Leben in Würde führen können. Die Unternehmer stehen derzeit in den Startlöchern, von daher können Webdesigner wirklich etwas bewegen, wenn sie die Ausbildung durchführen. „Make a difference“, wie der Amerikaner gerne sagt.

Langfassung:

Wir haben uns gefragt, ob einige von Euch WebdesignerInnen im Winter 12/13 ihren Urlaub in South East Asia verbringen werden (z.B. in Thailand, Vietnam oder gar in Kambodscha).

Wir möchten gerne in unserem Berufsausbildungszentrum in der Nähe von Phnom Penh eine 1-3-tägige Ausbildung für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen anbieten. Die Ausbildung soll unseren Schutzbefohlenen ermöglichen, das Freistellen von Objekten auf Bildern via Webdesign Software zu erlernen.

Wir haben Deutsche Arbeitgeber (u.a. E-Shops) gefunden, die Freistellungs-Aufträge nach Kambodscha bringen würden, sofern die Menschen dort dazu fähig wären, diese auszuführen.

Das Erklären der Freistellungsarbeit dauert vielleicht 1-2 Tage. Die Klickfolge soll durch ein Screencapture gesichert werden, so dass Lernwiederholungen später möglich sind.

Was tun in Kambodscha? Nur helfen? Oder auch ein bisschen was sehen & bisschen chillen? 🙂

Wir haben Euch hier eine ideale Reiseroute gezeichnet:

Man beginnt eigentlich in Siam Reap, das ist eine Stadt im Nordwesten von Kambodscha. Sie liegt direkt vor Angkor Wat, der großen, bedeutenden und in jeder Hinsicht atemberaubenden Kultstätte der Khmer. In Siem Reap befinden sich viele viele High Class Hotels, aber auch andere Unterkünfte jeder Preisklasse. Die Stadt hat ein faszinierendes Traveller Life mit Tausenden International Travellers in jeder Zeit des Jahres, die sich in den Hotels, Guesthouses, Restaurants und Bars tummeln. Die Qualität der Speisen und Unterkünfte ist sehr hoch, ebenso wie das museale Erlebnis dieses riesigen Tempelgebietes, durch das man mit speziell akkreditierten Tuk-Tuks braust. Angkor Wat als sensationell zu bezeichnen ist schlicht untertrieben. Muss man gesehen haben. Mit dem Auto oder Bus eine Tagesreise von Phnom Penh entfernt. Man kann auch im Schlafbus fahren.

Dann sollte der weise Traveller den Tonle Sap herunter schippern. Der Tonle Sap speist sich aus dem Mekong River und ist ein riesiger See, der sich mit vielen Verzweigungen und Verästelungen über ein riesiges Gebiet ergießt im Süden von Siem Reap/Angkor Wat. Man mietet such eine Kabine auf einem der Schiffe, die den Tonle Sap bis nach Phnom Penh (PP) entlang fahren. Dort steigt man z.B. aus, besucht PP und gibt einen viele beachteten und bejubelten Kurs als Webdesignlehrer, schaut sich die Stadt an und so weiter und steigt danach wieder ein und fährt auf dem Mekong bis nach Vietnam (wer es mag). Die anderem fahren weiter nach Sihanoukville.

Phnom Penh, als Höhepunkt der an Höhepunkten nicht armen Reise, ist eine zauberhafte, aber auch etwas verschlafene, aber in jedem Falle eine hoch sichere Stadt. Man kann sich viele Museen oder historische Gebäude anschauen (viele Gebäude von PP zeigen noch die Architektur des einst glorreichem Indochine), man kann aber auch die Killingfields draußen vor der Stadt besuchen, sie zeigen schauerliche Geschichten aus der Herrschaft der Roten Khmer von vor fast 40 Jahren. Es gibt in PP natürlich jede Form von asiatischen Hotels in jeder Güte- und Preisklasse. Es gibt viele Restaurants mot sensationellem Food (try Amok!!), bunte und süße Cafés und Bars sowie ein paar Clubs für ein passables Nightlife. Und in der Nähe ist wie gesagt unser Village Center, in dem es viele spannende Dinge zu tun gibt.

Dann fährt der Reisende vielleicht weiter nach Sihanoukville. Das ist eine kleine Stadt am Meer im Südwesten mit zauberhaften Stränden, sehr netten Beachbungalows und weiteren Hotels und Hostels und einem lustigen Nightlife, wie man es von Koh Phangan von vor 20 Jahren kennt. Viele junge Studenten und Traveller aus allen Teilen der Welt machen den Aufenthalt dort zu einem spaßigen Erlebnis und man kann ein tolles Beachlife erleben mit Erholung und Detox pur. In der Nähe sind Nationalparks, in die man mit dem Motoroller oder Auto fahren kann, durch meist menschenleere Gebiete. Sehr schicke Sache, das. Vor allem, weil noch relativ am Anfang des Touri Booms. Mit dem Auto oder Bus eine Tagesreise von Phnom Penh entfernt.

Ihr seid dabei? 🙂 Super!

Bitte schreibt: info@choicefamily.de eine Email.

Wir antworten sofort! Danke!

Das Choice Family Germany e.V. Team

PS: die Erlöse gehen natürlich zu 100% an die dort unten lebenden und von uns betreuten Familien mit deren Kindern und Jugendlichen

UPDATE + UPDATE + UPDATE + UPDATE + UPDATE + UPDATE + UPDATE +

Eine befreundete Designerin (big thx goes out to Meike) schreibt uns heute, am 05.11.2012 direkt nach der Anfrage auf fb folgende Fragen, deren Antworten wir  niemandem vorenthalten wollen: 🙂

1. Frage: Ist dieser Ansatz der ‘Entwicklungshilfe’ an irgendeine Organisation
gebunden die dafuer sorgt, dass das ganze Konzept in ein weitreichenderes (Bildungs) programm eingebettet ist, d.h. auch ueber das Training hinaus
betreut wird?

Unsere Antwort:

Die dahinterliegende Partner-Organisation von Choice Family Germany (CFG) heißt C.H.O.I.C.E. Cambodia (CC). Hier arbeiten ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder (ohne jede Bezahlung). CC kümmert sich vor Ort um die Belange der Kinder und Jugendlichen im von CC angemieteten und in Betrieb genommenen Village Center (Schul-, Kantinen- und Lehrstellenartiger-Betrieb). Es besteht ein weitreichendes Bildungsprogramm, welches wie folgt aussieht:

A. Ermöglichung eines staatlichen Schulabschlusses

– Verhandlung mit den Lehrern der gegen über liegenden staatlichen Schule und Bezahlung dieser Lehrer (ohne das Verhandlungsgeschick von CC und die Bezahlung wäre ein staatlicher Abschluss nicht möglich). Bitte hierzu auch unseren Blogpost lesen.

– Abholung der Kinder und Jugendlichen von deren teils weit enfernten Eltern durch einen Schulbus (Mercedes von CC). Ohne diese Fahrtätigkeit würden diese Kinder NICHT zur Schule gehen können.

– Verabreichung von zwei gesunden Mahlzeiten pro Tag (durch unsere Kantine mit den 3 Köchinnen)

– Bereitstellung und Bezahlung von 3 Lehrern für zusätzlichen Schulunterricht und Nachhilfe (echte staatliche LehrerInnen)

– Zusätzliche Fremdsprachenschulung (Englisch und Deutsch)

B. Berufsausbildung im Village Center

– Es wurde ein Computerraum mit derzeit 10 Computerarbeitsplätzen bereit gestellt (moderne Laptops, leider alles DOS-Kisten, XP oder Vista, zusätzlich Linux)

– Es wurde ein Nähraum bereitgestellt (moderne Nähmaschinen, 5 Plätze)

Die Lehrer sorgen dafür, dass nicht nur das Schulisch Erlernte wiederholt wird, sondern ebenfalls die beruflichen Lerninhalte geübt werden.

Grundsätzlich möchten wir betonen, dass wir alles selbst nach bestem Wissen und Gewissen vor Ort in unserem selbstgegründeten NGO voran bringen. Teilweise mit einfachsten Mitteln. Aber hochwillkommen von der Bevölkerung. Wir achten sehr auf die Nachhaltigkeit der Lernhinhalte und des Gesamtkonzeptes. Gleichwohl können wir nicht behaupten, mit der gleichen Professionalität einer UNESCO ans Werk gehen zu können. Doch wir tun unser Bestes.
2.Frage: Gibt es minimum Kriterien, die festgelegt werden bevor man
‘Auftraggeber’ und ‘Jugendlichen Freelancer’ auf einander los leasst? Z.B.
ist ein mindest Stundenlohn festgelegt, sind maximum Stunden fuer Arbeit definiert, gibt es ‘Vertraege’ und schreiben die Jugendlichen dann Rechnungen/wie werden die Jugendlichen bezahlt (meistens haben die kein Konto…) oder wie laueft die Transaktion, sind alle Jugendlichen im Erwerbsalter und nicht etwa noch Kinder (child labour…)?

Unsere Antwort:

Wir sind bestens vertraut mit den Regelungen der annerkannten Fairtrade-Zertifizierungs-Organisationen:

Flo

GOTS

bitte auch bei Wikipedia prüfen:

Flo und Gots

Wobei es hier eher um die GOTS Anforderungen geht. Sämtliche Arbeiten, die vor Ort durchgeführt werden, folgen den Vorgaben von GOTS, hinsichtlich Alter, Arbeitszeiten, Ruhezeiten, Entlohnung, keine gesundheitsschädlichen Stoffe, etc. Wir wollen uns nach GOTS in 2013 zertifizieren lassen, erfüllen aber vom Tag 1 unserer Produktion an nicht weniger als 100% der Anforderungen.

Zu den konkreten Fragen: Wir arbeiten die Verträge gerade erst aus (diese werden mit den Eltern abgesprochen). Sie werden in Blankoform auf unserer Website veröffentlicht. Vertrgspartner sind das Village Center und die Menschen vor Ort und der Auftraggeber.CC kontrolliert nur ordentlich. Die Entlohnung erfolgt cash (wie vor Ort üblich). Hinsichtlich des Alters ist man in Kambodscha mit 16 erwachsen. Wir wollen jedoch nur 18-jährige und ältere Menschen beschäftigen. Wir werden aber vermutlich lehrstellenartige Ausbildungen anbieten. Hier in Deutschland geht man ja eigentlich auch mit 16 Jahren in die Lehre. Warum nicht auch in Kambodscha. Und das DEUTSCHE Modell der dualen Ausbildung machen wir so zum Exportschlager. Wieder einmal.

Grundsätzlich: Wir haben ein gläsernes NGO geschaffen. Alles ist jederzeit transparent einsehbar und abrufbar. ABER: wir sind noch klein. Wir haben noch nicht viel Power. Aber das wird noch.

3. Frage: Haben die Jugendlichen denn die Computer und Programme um die Jobs zu
machen? Sicher nicht zu hause, oder? Womit wir wieder bei Frage 1 waeren…

Unsere Antwort:

– alle Arbeitsgerätschaften werden gestellt (Computer samt moderner Software, Nähmaschinen, bald auch Imkerstöcke, etc.)

4. Frage: Wie sieht die Zukunft aus? Wie nachhaltig sind die Jobs?

Unsere Antwort:

Einbettung in ein Gesamtkonzept von Bildung und Jobs

– Unsere jungen Erwachsenen sollen nach der Schule in den Beruf gehen und bezahlte Jobs bekommen, die nach internationalen Fairtrade-Prinzipien geregelt sind.Da wir aber dörflichen Unfrieden vermeiden wollen,werden die Gewinn aus der fair bezahlten Arbeit  nach einem bestimmten Schlüsselsatz aufgeteilt (60% für den/die ArbeiterIn, 40% für die Gemeinschaftskasse).

– Durch eine Verteilung der Einnahmen auf alle Haushalte, vermeiden wir Neid und Missgunst.

– Es versteht sich von selbst, dasss die Entlohnung des Einzelnen trotzalledem dem GOTS Standard entspricht. Wir verkaufen die Arbeitsstunden also teurer als von GOTS gefordert, damit wir einerseits den/die ArbeiterIn mit dem höhrern Fairtradelohn bezahlen, andererseits aber auch in die Village Center Kasse einzahlen können (damit man einen sauberen Dorfbrunnen oder medizinische Versorgung erwerben kann). Möglich wird dies durch die Ausschaltung der Intermediäre, die sonst so üblich sind (Großhändler wie in Indien z.B.). Wir von CC haben ein wachses und gestrenges Auge auf die Arbeitsbeziehungen zwischen den Aufrtraggebern und unseren Schutzbefohlenen. Aber eben in jeder Hinsicht. So sorgen wir für das Wohl aller.

– Unser höchstes ZIEL ist das ENDE DER BEDÜRFTIGKEIT: wir wollen aufhören, Fische zu verteilen.

– Die Planung dafür verläuft immer gleich: Erst bauen wir das Village Center auf, sorgen für Schulbildung und dann für eine Berufsausbildung der Jugendlichen nach dem Ende der Schulzeit. Und parallel sorgen wir für genügend fair bezahlte Arbeit aus Deutschland, damit die Menschen dann eben auch selbst fischen können. So können wir im übrigen auch das Geld aus Deutschland dazu sinnvoll verwenden, immer neue Village Center aufzubauen, was genau unser Plan ist. Heute in Cambodia, morgen in Laos, übermorgen in Myanmar und irgendwann in Afrika. Was auch ein schöner Buchtitel wäre. Oder nicht? 🙂

Herzlichen Dank für die kritischen Fragen! Wir hoffen, befriedigende Antworten gefunden zu haben!

Herzlichst!:-)

Eure Choice Family!

 

 

2 comments on “Hands on Webdesign – Hilfe durch Deutsche WebdesignerInnen
  1. Andreas says:

    Klingt ziemlich gut.Bin im Dezember wieder dort und ebenfalls in Siem Reap im Wat Damnak. Vielleicht sieht man sich ja mal.

    • Arne says:

      Wäre schön und wir freuen uns, Dich wiederzusehen. Dann können wir auch einmal besprechen, wann ihr als Apache-Group.org Organisation einmal unser NGO besuchen könnt, um uns zu kontrollieren und ggfs. zu zertifizieren.

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